Nobelschlafhaus

Mein (ehemaliges) Nobelschlafhaus



Als ich am 16.08.2002 um ca. 15.00 Uhr bei meinem neuen Rudel in Rohr eintraf waren alle (einschließlich meinem Frauchen) sehr überrascht. Trotz einer langen Suche von ca. 1 Jahr hatte man keinen geeigneten/würdigen Hausgenossen gefunden. An diesem Tag wurden jedoch alle Warnungen, die man über falsche Hundekäufe liest in den Wind geschrieben, denn mein Frauchen erfuhr, dass es in Nürnberg Langwasser zwei Drahthaar-Foxl Buben und drei Interessenten dafür gibt. Sie bat ihren Chef 2 Stunden früher aus dem Büro in ihren 4 Wochen Urlaub starten zu dürfen, damit sie die beiden Rüden noch anschauen konnte.

Tja, um 12.00 Uhr hatte sie dann tatsächlich einen der beiden (den Schüchternen) gekauft. Zuhause angekommen war ja leider nichts vorbereitet. Alle mussten sich erst mal Gedanken machen, wie ich heißen soll (die Wahl fiel dabei auf "Rocky") und wie der Alltag nun mit mir umgestaltet werden musste. Es wurde also beschlossen, dass ich am besten in der sogenannten "Werkstatt" schlafen sollte. Mein Frauchen wollte auf alle Fälle die ersten Nächte bei mir verbringen. Das wollte ich aber nicht. Naja, ich wollte nicht in der Werkstatt schlafen. Mein Frauli hätte ruhig bei mir bleiben können. Aber nur, wenn sie mit mir zusammen in der schönen freien Natur geschlafen hätte. Wir beide verbrachten also zwei nahezu schlaflose Nächte in der Werkstatt, im Haus und sozusagen überall. Nur wenn sie die Türe zum Garten/Hof aufgemacht hat und ich draußen war, fühlte ich mich wohl. Ich habe alle fast zur Verzweiflung getrieben, bis sie mir gestattet haben, draußen zu schlafen. Mein Frauli hat in eine alte Türe zum Gewölbekeller ein "Hundeloch" gesagt und in den Vorraum meine neu gebaute Hundehätte gestellt (damit ich bei Regen wenigstens unter Dach konnte). Ich wurde mit einer Hundeleine außen an der Türe "befestigt" und habe eigentlich immer im Freien geschlafen.

Ja, so fühlte ich mich pudel- nein terrierwohl. Für mich war die Welt in Ordnung. Ich schlief jede Nacht ohne zu murren durch und morgens musste mein Frauli nur kommen um mein Hundehäufchen (das ich immer am Ende meiner Leinenfreiheit abgelegt habe) zu beseitigen. Alles Super! NEIIIIN. Nicht für mein Frauli. Sie konnte keine Nacht ruhig schlafen, weil sie immer dachte, ich würde mich mit der Leine verfangen. Ganz frei konnte sie mich aber auch nicht laufen lassen, weil ich als Miniaturausgabe (= Baby) ja locker durch den Jägerzaun hätte schlüpfen können. Dieses Risiko wollte sie auch nicht eingehen. So wurde mein "Hausbau" begonnen. Frauli sagt immer: Für den Aufwand und das Geld hätten wir auch ein kleines Wohnhaus für uns selbst bekommen. Für die Bodenplatte kam ein riesiger Betonmischer.


Hier seht ihr MICH mit Frauli, Adri und Fraulis Schwester beim Baubeginn!


Frauli hat wirklich schwer geschuftet!


ICH natürlich auch! Die Sandprüfung war meine Aufgabe!

Man hätte jedenfalls denken können es wird ein Wolkenkratzer gebaut.
Immer wieder sind während des Baus Leute vorbeigelaufen und haben staunend halt gemacht. "So schön wie dieses Haus ist, sieht ja bei manchem nicht mal das Wohnzimmer aus". Das waren die Sprüche, die sich mein Frauli immer wieder anhören musste. Damit ist jetzt Schluss sagte sie eines Tages. Ich bringe außen ein Schild an mit der Aufschrift: "Liebe Oma, wenn du weg gehst, stelle bitte die Pfotenbodenheizung in Rocky's Villa an". Eine Woche später wurde dann der Text wie folgt geändert: "Liebe Oma, du brauchst die Pfotenbodenheizung in Rocky's Wohnhaus nicht mehr anzustellen! Ich habe eine elektronische Sensorsteuerung einbauen lassen. Die Heizung funktioniert jetzt vollautomatisch!" Das war das Ende aller dummen Sprüche! Naja, zugegeben ganz so war es nicht. Mein Frauli hat die Schilder in Wirklichkeit nicht angebracht. Aber sie hat jedem der blöd daher geredet hat gesagt, dass sie genau diese Schilder mit diesem Text anbringen wird, wenn die Leute keine größeren Sorgen haben. Das war dann wirklich das Ende des Dorf-Gesprachs über meinen Schlafplatz.

Die Villa war dann erst im Dezember 2002 fertig und für einige Zeit war sie mein Schlafplatz. Ich war unter Tags nie drin. Höchstens vielleicht, wenns mal ganz arg regnet und ich im Trockenen die Regentropfen beobachten will. Seitdem ich kein kleiner Pupsi mehr bin, war die Türe immer offen und ich konnte rein und raus, wann ICH will! Ich war den ganzen Tag im Garten, Hof und Haus (oder mit Frauli unterwegs). Nur bei Anbruch der Dunkelheit und wenn Frauli sagte: "Betti" wollte ich rein und bin turbofoxlschnell in MEINE Rocky-Hütte in meiner Villa.
 

Manchmal hab ich damals aber trotzdem im Wohnhaus bei Frauli übernachtet z. B. bei Gewitter oder wenn es sehr kalt war. Ich hab zwar bei Gewitter überhaupts keine Angst aber mein Frauli wollte dennoch, dass ich dann im Haus bei ihr schlafen tu. Wahrscheinlich hatte sie Angst und brauchte jemanden, der ihr beim Fürchten half. ;-)

Hier noch einige pFotos von meiner Villa:


Blitzblank nach der Fertigstellung!


Hier der Seitenguck!


...und mit MIR!

Seit vielen Jahren wird mein "Nobelschlafhaus" nun aber schon als Lagerstätte für allerlei Utensilien und zum Trocknen von Holz verwendet. Herrchen hatte mir sogar mal einen neue (größere) Rocky-Hütte gebaut aber da wollte ich nicht rein. Inzwischen wohne ICH nur noch im Haus bei Frauli, Herrchen und der Oma! Sie sind nicht glücklich, wenn sie mich nachts nicht schnarchen hören! Tja, was will Fox da machen! ;-)

Aktuell sieht das jetzt jedenfalls so aus...
 

...ich schnüffle noch ab und zu nach dem Rechten!


Nicht, dass sich da "jemand" einnistet! ;-) 


Aber glaubt mir...


...da wär die Hölle los! ;-)

rocky